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Gregorianischer Kalender

Da auch der Julianische Kalender nicht exakt der astronomischen Zeit entsprach, veranlaste Papst Gregor XIII. zum Ausgleich der eingetretenen Unstimmigkeit des alten Kalenders mit den Himmelserscheinungen im Jahre 1582 eine Kalenderreform, die auf den 4. Oktober sogleich den 15. Oktober folgen liess. In Deutschland erfolgte die Annahme dieses neuen Gregorianischen Kalenders zunächst nur in den katholischen Gegenden, so dass seit 1583 in Landschaften konfessionell gemischter Bevölkerung und bei Verhandlungen zwischen Protestanten und Katholiken zwei verschiene Kalender nebeneinander gebraucht wurden. Der Unterschied macht bis zum 1. März 1700 zehn Tage und bis zum 1. März 1800 elf Tage aus. In Urkunden und Akten wurden häuffig beide Rechnungen in Bruchform angegeben, oder man nannte den verwendeten Kalender. Diese Doppeldaten blieben gebräuchlich, bis im Jahre 1700 der sogenannte vrbesserte Kalender auch in den protestantischen Ländern Eingang fand führten. Er sprang in diesem Jahr vom 18. Februar auf den 1. März um und brachte wenigstens nach aussen hin eine Übereinstimmung mit dem Gregorianischen Kalender. Noch bestehende Abweichungen hinsichtlich des Osterfestes in den Jahren 1724 und 1744 führten 1775 den Beschluss der evangelischen Reichsstände herbei, Ostern künftig nach der Berechnung des Gregorianischen Kalenders zu feiern. Eine Festlegung für das ganze Reich in dieser Hinsicht wurde am 7. Juni 1776 durch den vom Kaiser eingeführten verbesserten Reichskalender erreicht, so dass seither ganz Mittel- und Westeuropa nach einem Kalender rechnete. Die Balkanstaaten und der christliche Orient führten den neuen Kalender im Ersten Weltkrieg, Russland erst 1923 ein.

Einführung des Gregorianischen Kalenders (erster Tag der neuen Zählung)


Quelle: Wolfgang Ribbe - Eckart Henning / Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung / 11. Auflage / Verlag Degener & Co. Neustadt an der Aisch


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