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Altrömischer und Julianischer Kalender

Der christliche Kalender wurde aus dem Julianischen entwickelt, der wiederum auf den Römischen zurückgeht. Dessen früheste überlieferte Form zeigte zunächst zehn Mondmonate (später zwölf), die grösstenteils schon ihre noch heute gebrÄuchlichen Namen trugen: Martius, Aprilis, Maius, Junius, Quintilius, Sextilius, September, October, November, December, Jannuarius, Februarius. Durch den Jahresbeginn am 1. März waren September, Oktober und November ihrem Namen tatsächlich der 7., 8., 9. und 10. Monat. Die Monatslängen von 31, 29 bzw. 27 Tagen (Februar) ergaben zusammen ein Mondjahr von 354 Tagen. Indem jedes zweite Jahr nach dem 12. Monat (Februar) ein Schaltmonat von abwechselnd 22 bzw. 23 Tagen eingefügt wurde, erreichte man die Übereinstimmung mit dem Sonnenjahr. In den Schaltjahren wurden die vier letzten Tage des 12. Monats dem Schaltmonat zugezählt. Durch dieses System ergab sich ein Lunisolarjahr von 365.25 Tagen.
Zur Unterteilung der Monate dienten die Kalender (Kalendae, 1. Tag des Monats), die Nonen (Nonae, 5. bzw 7. Tag) und die Iden (Idus, 13. bzw. 15. Tag). Die Tage zwischen diesen Terminen wurden rückwärts vom nächstfolgenden Termin aus gerechnet. Es wurde also angegeben, wieviel Tage das betreffende Datum vor dem nächsten Termin lag. Im übrigen wurde nach Konsulatsjahren gezählt.
Dieser Kalenddr ermöglichte zwar eine genaue Zeitmessung, wurde jedoch häufig falsch gehandhabt. Er war auch nicht durch Gesetz geregelt, so dass ihn Pontifex Maximus (zu politischen Zwecken) manipulieren konnte, indem er z.B. den Marcedonius falsch einschaltete. Eine grundlegende Reform des römischen Kalenders führte im Jahre 46 v. Chr. Julius Cäsar durch. Er gab diesem Jahr neben den üblichen 12 Monaten noch drei Schaltmonate (Marcedonius, mensis intercalaris prior, mensis intercalaris posterior) und sieben zusätzliche Tage, so dass es die ungewöhnliche Länge von 444 Tagen erhielt.Damit war der im laufe der Zeit entstandene Unterschied von 80 Tagen zwischen Sonnenlauf und Kalender beseitigt. Der Jahresbeginn wurde auf den 1. Januar gelegt. In dem von Cäsar eingeführten Schaltverfahren folgte auf drei Gemeinjahre mit 365 Tagen ein Schaltjahr (annus bissextus) mit 366 Tagen. Der Schalttag (dies bissextus) folgte auf den 23. Februar. Das Jahr erhielt damit eine durchschnittliche Länge von 365.25 Tagen, die dem Sonnenlauf fast genau entsprach.


Quelle: Wolfgang Ribbe - Eckart Henning / Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung / 11. Auflage / Verlag Degener & Co. Neustadt an der Aisch


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